Die Insel

Die Insel Usedom ist mit ca. 1.900 Sonnenstunden die sonnenreichste Region Deutschlands und mit rund 445 Quadratkilometern – nach Rügen – die zweitgrößte deutsche Insel. Die östliche Inselspitze gehört mit rund 90,8 Quadratkilometern zu Polen. Der deutsche Teil der Insel zählt ca. 31.500 Einwohner.

Usedom zeichnet sich durch eine der schönsten Küstenlandschaften und abwechslungsreichsten Landschaften in Deutschland aus. Die Insel ist unterbrochen von ca. 30 Binnenseen und geformt durch tiefgreifende Einbuchtungen des Achterwassers, des kleinen Haffs und durch den Strom der Peene. Die Außenküste zeigt sich mit ca. 42 km weißem, breitem und sehr feinem Sandstrand. Dieser taucht gemächlich ins Meer, so dass besonders Kinder einen gefahrlosen Tummelplatz am Strand und im Meer vorfinden. Zum Land hin wird der Strand von einem Küstenwald begrenzt. Doch nicht nur im Sommer ist Usedom ein wahres Urlaubsparadies. Eigentlich ist die Insel ein klassisches Ganzjahresziel und Erholung findet man hier zu jeder Jahreszeit.

Auf mehr als 120 km ausgebauten Radwanderwegen und mehr als 400 km ausgeschilderten Wanderwegen kann man die schöne Insellandschaft zu Lande erkunden: Buchen-, Nadel- und Mischwälder, in denen man auch Pilze sammeln und Wildtiere beobachten kann. Verträumte Waldseen, unberührte Naturschutzgebiete, mittelalterliche Kirchen und Schlösser sowie malerische Fischerdörfer mit reetgedeckten Häusern laden zum Entdecken ein.

Neben der traumhaften Natur und der Ruhe in landschaftlicher Idylle erwarten den Gast aber auch jede Menge Veranstaltungen, wie z.B. das Wikingerlager, die Heringswochen oder die Vineta-Festspiele. Wochen- und Trödelmärkte und Hafenfeste gehören natürlich auch zum ständigen Angebot der Insel. Mehrere Galerien, Ateliers und wechselnde Kunstausstellungen sowie mehrere Theaterspielstätten und verschiedene Museen bieten dem Gast kulturelle Abwechslung. Die Insel wird über die Bahnstrecke der Usedomer Bäderbahn erschlossen. Diese bietet sich jedoch nicht nur als praktisches Transportmittel an, sondern eignet sich auch für Ausflüge und Rundfahrten.

Die Geschichte Usedoms reicht weit zurück: Schon den alten Römern war die Insel, zumindest aber das Gebiet der Odermündung, bekannt. Aufgrund reichhaltiger Bernsteinvorkommen an der Ostsee haben nachweislich Handelsbeziehungen der Oderhaffregion mit dem Imperium Romanum bestanden. Greifbar wird die Geschichte Usedoms aber erst im 12. Jahrhundert: 1128 trat die slawische Urbevölkerung der Insel nach einer Missionsreise des Bischofs Otto von Bamberg zum Christentum über. Bis zum 30-Jährigen-Krieg (1618-1648) unterstand Usedom den pommerschen Herzögen. Mit der Landung des Schwedenkönigs Gustav II Adolfs 1630 bei Peenemünde, der auf Seiten der Protestantischen Union in den 30-Jährigen-Krieg eintrat, begann die Schwedenzeit. Lange jedoch weilten die Skandinavier nicht auf der Insel, denn schon 1720 mussten sie als Konsequenz des verlorenen Nordischen Krieges Usedom an Brandenburg-Preußen abtreten.

Im 19. Jahrhundert traten Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin als Seebäder ins Rampenlicht der Geschichte. Der Adel und das wohlhabende Bürgertum promenierten hier und genossen das Leben. Vor allem Heringsdorf war häufiger Aufenthaltsort Kaiser Wilhelms II. Die mondäne Atmosphäre vergangener Tage kann man heute noch spüren und hautnah erleben. Seit jeher übten die drei Seebäder eine magische Anziehungskraft auf berühmte Künstler, wie z.B. die Brüder Mann, Gorki, Tolstoi oder Johann Strauß, aus.