Lütow

Lütow, das kleine Örtchen auf der naturschönen Halbinsel Gnitz, im nordwestlichen Teil der Insel Usedom, ist Ziel vieler Ruhesuchender und Naturverbundener. Hier kann man wunderbar zur Kliffküste des Weißen Bergs wandern oder zwischen riesigen Wachholdern über die Wiesen streifen.

Am 09. April 1396 wurde der an der Südspitze der Halbinsel gelegene Ort Lutkow (Lütow) erstmals urkundlich erwähnt. Das Bauerndorf gehörte zum Lehn des Lepelschen Geschlechts. Aus dem Jahre 1858 ist überliefert, dass Lütow aus 8 Kossätenhöfen und 5 Büdnerstellen bestand. Die Landwirtschaft und auch die Fischerei blieben in Lütow lange eine wichtige Erwerbsquelle. Mit der Bodenreform entstanden in Lütow noch einige kleine und mittlere Neubauernhöfe. Ende der 60er Jahre siedelten sich in Lütow schon die ersten Betriebsferienheime an: Die früheren Büdnerhäuser fanden zudem als ausbaufähige private Ferienobjekte großes Interesse. Heute liegt die Bedeutung in der Entwicklung des Tourismus und so bieten sich in Lütow vielerlei Möglichkeiten für Erholungssuchende.

Wer auf Usedom die B 111 entlangfährt, durchquert zwischen dem Seebad Ahlbeck und dem Ostseebad Zinnowitz viele der Orte, die der Ostseeküste Wohlklang verleihen: Heringsdorf und Bansin, Ückeritz und Koserow. In Zinnowitz nach der großen Ampelkreuzung fällt eine Kreuzung mit einer Verkehrsinsel auf. Man kann weiter in westlicher Richtung nach Wolgast fahren oder nach Süden, auf eine der großen Halbinseln, die den zergliederten Körper von Usedom prägen. Wählt man den Weg nach Süden, so bleiben die Häuser von Zinnowitz bald zurück. Eine Kirschbaumallee führt durch die Torfheide auf einen Wald „das Eichholz“ hin. Wo das Eichholz aufhört, so sagen die Einheimischen, beginnt der Gnitz. Die Pforte zum Gnitz bildet der Ziesberg, ein eiszeitlicher Inselkern und östlich davon die „Störlake“, eine Ausbuchtung des Achterwassers. Der Gnitz war bis ins Spätmittelalter noch eine eigene Insel, die durch einen breiten Wasserlauf von Usedom getrennt war. Der Schlangenförmige Große Strummin  ist noch ein Rest dieser natürlichen Grenze.

Als Ausflugs- und Wandergebiet hat sich die Halbinsel einen hervorragenden Ruf erworben. Auf engstem Raum wechseln verschiedenartige Küstenformen, Äcker, Wiesen und kleine Waldflächen. Das Naturschutzgebiet „Südspitze Gnitz“ bietet einen wahren Blütenzauber mit seiner Vielzahl botanischer Besonderheiten – Knabenkraut, Silbergras, Sandstrohblumen, Karthäusernelken, Hahnenfuß u. a. Der Seeadler ist regelmäßig Gast auf dem Mövenort, wo er die hohen Pappeln als Ruheplatz und Ansitzwarte nutzt.

An den Mövenort grenzen das Steilufer und der Weiße Berg, der mit 32m die höchste Erhebung der Halbinsel Gnitz ist. Die Steilküste beherbergt eine große Uferschwalbenkolonie mit ca. 1.000 Brutpaaren. Die Höhen der Halbinsel ermöglichen hervorragende Aussichten auf die Boddenlandschaft des Achterwassers und des Peenestroms.

In der Nähe des alten Großsteingrabes befindet sich ein wunderschöner, naturbelassener Biergarten, der zum Verweilen nach einer Wanderung durch die wunderschöne Landschaft einlädt. Hier finden regelmäßig Grillabende mit Live-Musik statt. Nebenbei kann man selbstgemachte Filzwaren, Wolle und Keramik erstehen. Für die kalte Jahreszeit bietet das Schwimmbad im Ferienparadies Lütow einen guten Anlaufpunkt.

Man sollte sich Zeit nehmen für die Erkundung der Gemeinde Lütow mit Ihren Ortsteilen Neuendorf und Netzelkow und den Reiz der Landschaft mit ihren natürlichen und kulturellen Reichtümern. Lernen Sie die gastfreundlichen und naturverbundenen Menschen kennen.